Montag, 24. Juni 2013

Von Katzen mit Spiegelei, Dinos mit Verstopfung und erntefrischen Mäusen



Hallo Tina!

Stell dir vor, Mama hat gesagt, man könnte auf mir ein Spiegelei braten! Ich bin gleich unter dem Bett verschwunden, ein Ei auf meinem schönen schwarzen Fell, soweit kommt’s noch. Naja, zugegeben war mir ziemlich heiß, weil ich eine Stunde auf der schwarzen Decke in der Sonne geschlafen habe. Das war weltklasse gemütlich! Ab und an habe ich ein Auge halb aufgeklappt, wenn der Schatten eines draußen vorbeifliegenden Vogels über mein Gesicht gehuscht ist, aber das war so anstrengend, dass ich gleich wieder weggeratzt bin. Tja, ich bin halt ein echter Spanier, im Gegensatz zu Schniedelwutz, der wie ein Hund das Röcheln anfängt, wenn er länger als 10 Minuten in der Sonne liegt. Um sich abzukühlen, legt er sich auf den Steinboden in der Küche. Mama räumt ihn dann aus dem Weg, so einen platten, schlappen Minikater kann man schließlich schnell übersehen….

Ich bin nicht platt!

Bist du wohl! Man könnte dich unter der Tür durchschieben!

Dafür habe ich nicht so einen dicken Hintern wie du. Soll ich Tina erzählen, wie du letzte Woche rückwärts vom Kratzbaum gefallen bist, weil dein Hintern das Übergewicht gekriegt hat?

Quatsch, das war ein Salto mortale.

Eher eine Bomba anale. (Pito kichert.)

Mama hat übrigens ihre Socken wiedergefunden.

Echt? Scheiße. Was hast du gesagt?

Dass du Schuld bist.

Na toll. War doch deine Idee!

Ja, aber du hast die Socken von der Heizung gezogen und in den Bettkasten geschleppt. Mama war voll sauer. Vor allem, weil sie im Bettkasten auch den Handschuh gefunden hat, den sie den ganzen Winter gesucht hat.

Hm. Okay, der Handschuh hat’s nicht so gebracht, aber die Kuschelsocken waren echt flauschig und haben so lecker nach Mamas Füßen gerochen, süßsauer mit einer leichten Roquefort-Note.

Ich setz mich lieber in Mamas Turnschuhe.

Mann, das ist Hausfriedensbruch, weiß du überhaupt, wie viele Tiere da drin leben?

Was denn für Tiere?

Mikroben. Die gibt es schon seit 3 Milliarden Jahren.

In Mamas Turnschuhen?

(Patta verdreht die Augen.)

Ich sehe aber keine Mikroben.

Die sind auch winzig klein. In einem durchschnittlichen Turnschuh leben 50 Millionen.

Damit könnten wir Mamas Dino füttern.

Pah! Der frisst die Turnschuhe gleich mit.

Letzte Woche hat er meine Schwanzspitze eingesogen, aber Mama hat mich befreit.

Irgendwann hat er meine Lieblingsstoffmaus gefressen. Mama musste sie aus seinem Magen rausoperieren.

Ja, mit seinem Stoffwechsel stimmt irgendwas nicht. Er frisst und frisst und hinten kommt nichts raus. Alle paar Monate muss Mama seinen Magen durch einen neuen ersetzen.

Er ernährt sich aber auch ungesund. All die Haare und das Katzenstreu und Mamas Krümel unter dem Tisch.

Vielleicht hat er Verstopfung.

Dann sollte er was aus Mamas Ökokiste fressen. Auf das komische Grünzeug können wir verzichten.

Ja echt, das Ding war die volle Enttäuschung. Eine Kiste direkt vom Bauernhof und keine einzige erntefrische Maus drin!

Die noch warm ist.

Mit ein bisschen Erde an den Füßchen.

Und einem Grashalm zwischen den Zähnen.

(Kater schauen verträumt.)

Naja, Käsekuchen ist auch okay.

Du hast beim letzten Mal einen Krater in Mamas Kuchen gebuddelt.

Weil die Aprikose im Weg war.

Das nächste Mal gehen wir ins Katzencafe. Habe gehört, dass es sowas jetzt in München gibt.

Wir haben aber kein Geld, um uns einen Käsekuchen zu bestellen.

Wir nehmen Mama mit.

Da müssen wir ja die ganze Zeit auf sie aufpassen.

Wir setzen sie in die Spielecke zu den anderen Zweibeinern.

Ok, gebongt. Vielleicht könnten wir die dicken Moppels von nebenan mitnehmen?

Neben denen würden wir jedenfalls eine gute Figur machen.

Mama sagt, die schnurren schon beim Anblick eines Leckerlis wie ein Elektromotor.

Die kleine Rothaarige ist aber ganz schnuckelig.

Kannst du haben. Ich schau mich an der Kuchentheke um.

Wie bringen wir’s Mama bei?

Wir sagen, in der Spielecke sitzen lauter tolle Männer.

Ok. Ich muss mich aber noch putzen. Und ein Schönheitsschläfchen halten. Sonst kriege ich schwarze Ringe unter den Augen.

Ich auch. Also, tschüss Tina, bis zum nächsten Mal!