So, jetzt sind wir über
eine Woche wieder Zuhause in München. Aber die Gefühle und Eindrücke unserer
Aprilfahrt sind noch lange nicht versiegt.
Am Mittwoch sind wir nach Villena aufgebrochen und Donnerstagmittag ging
es gleich los. Das Erste was wir im Tierheim wahrgenommen haben, waren
zwei kleine Hunde auf der Toilette, in Sicherheit gebracht, weil sie am
nächsten Tag zu ihrer neuen Familie reisen durften. „Aber warum so
isoliert?“ fragte ich vor Ort, „weil sie dann nicht in Gefahr sind und
sicher morgen reisen können“, war die Antwort… Bedrückend ist das, zu
wissen, das jeden Tag Hundekämpfe stattfinden und die Vierbeiner meist
mit Bisswunden herausgehen. So auch Sherlock, damit er die Wunde nicht
noch aufbeißt, muss er dazu noch eine Halskrause tragen, der arme Tropf.
Auch am nächsten Tag schrillt die Alarmglocke als wir da sind, schon
wieder eine Auseinandersetzung im Zwinger. Zum Glück kann noch früh
genug dazwischen gegangen werden, eh was passiert. Zu viele Hunde auf zu
engem Raum – da würde auch wir Menschen aufeinander losgehen. Umso mehr
freuen wir uns, wieder ein paar von ihnen in ein neues Leben bringen zu
dürfen.
Im Katzengehege geht’s weiter. Gemeinsam beraten wir, warum eine Mietze
so ein angeschwollenes Mäulchen hat, morgen soll der Tierarzt zum Glück
gerufen werden. Und dann sind wir beide ganz schnell verliebt, in die 8
jährige Perser-Mix Kätzin Lena, die ganz neu im Tierheim angekommen ist.
Leider ist ihr Zustand auch nicht der Beste. Aber ihre Art und ihr
Blick sind wahnsinnig süß, so gerne würden wir sie auch gleich
einpacken. Die drei Mietzen im Käfig, die wie die Zinnsoldaten dasitzen
und uns flehend anschauen, fotografieren wir auch gleich, damit sie ganz
schnell auf unsere Homepage kommen.
Tja, und dann die drei kleinen 4 Wochen alten Welpen, die mir das Herz
brechen. Sie wurden in einer Kiste auf der Straße gefunden und zum Glück
im Tierheim in Villena abgegeben. Das erweicht sogar Hannas
eigentliches Katzenherz ;-) Beide schmieden wir Pläne, wie wir sie
heimlich unter unserem Pulli mitgehen lassen… leider nur ein Traum, ohne
Einreisebewilligung für die Tiere geht eh nichts.
Aber wenigstens ein paar Tieren können wir es ermöglichen, aus dem
Tierheim in Villena rauszukommen, als wir am Samstagmorgen weiter nach
Vallirana aufbrechen. Hier dürfen wir die Hündin Ivette besuchen.
Wahnsinn wie die Maus Fortschritte macht. Aus der Hündin, die in der
letzten Ecke des Zwingers saß, ist eine zutrauliche Hündin geworden, die
sogar Küsschen gibt :-) Und dann kommt Furat, einer meiner
Vermittlungshunde aus dem Zwinger. Ich lerne ihn das erste Mal
persönlich kennen. Sein Gemüt ist unglaublich, sobald man ihn in der
Abendsonne rumhopsen sieht, ist das Glück auf dem ganzen Hundeplatz.
Wahnsinn, was für ein fröhlicher, lebenslustiger Hundemann aus dem
ängstlichen Hund mit Schusswunde vor einigen Monaten geworden ist.
Patxi lässt mich nachdenklich werden. Er ist eine Labrado, der
vermutlich als Welpe Staupe hatte und trägt nun wohl für immer
bleibende Auswirkungen mit sich rum. Er wird wohl sein Leben lang im
Geist und Tun ein Welpe bleiben. Als er da etwas schwankend durch die
Gegend läuft und sein Spieltier über alles liebt, freue ich mich
irgendwie auch für ihn. Ist es nicht toll, ein Leben lang kindliche
Gedanken zu haben und nicht erwachsen zu werden? Leider wird dies nur
Patxis Vermittlungschancen nicht wirklich heben, ich werde mein Bestes
geben, ihn auf der Homepage darzustellen. Für mich ist er was ganz
Besonderes.
Zu gerne hätten wir auch noch mehr Zeit hier in Vallirana, aber wir
müssen ja unsere Schützlinge alle heil nach Deutschland, in ihr neues
Leben bringen.
Das Einladen klappt problemlos und ich bin immer wieder fasziniert, wie
still es in unserem Bus ist – mit 13 Hunden und 10 Katzen. Als ob sie es
wissen würden, dass es in ein besseres Leben geht…
Nachdenkliche Grüsse von Hanna und Diana