Freitag, 25. April 2014

Was uns bewegt hat….

So, jetzt sind wir über eine Woche wieder Zuhause in München. Aber die Gefühle und Eindrücke unserer Aprilfahrt sind noch lange nicht versiegt.
Am Mittwoch sind wir nach Villena aufgebrochen und Donnerstagmittag ging es gleich los. Das Erste was wir im Tierheim wahrgenommen haben, waren zwei kleine Hunde auf der Toilette, in Sicherheit gebracht, weil sie am nächsten Tag zu ihrer neuen Familie reisen durften. „Aber warum so isoliert?“ fragte ich vor Ort, „weil sie dann nicht in Gefahr sind und sicher morgen reisen können“, war die Antwort… Bedrückend ist das, zu wissen, das jeden Tag Hundekämpfe stattfinden und die Vierbeiner meist mit Bisswunden herausgehen. So auch Sherlock, damit er die Wunde nicht noch aufbeißt, muss er dazu noch eine Halskrause tragen, der arme Tropf. Auch am nächsten Tag schrillt die Alarmglocke als wir da sind, schon wieder eine Auseinandersetzung im Zwinger. Zum Glück kann noch früh genug dazwischen gegangen werden, eh was passiert. Zu viele Hunde auf zu engem Raum – da würde auch wir Menschen aufeinander losgehen. Umso mehr freuen wir uns, wieder ein paar von ihnen in ein neues Leben bringen zu dürfen.
Im Katzengehege geht’s weiter. Gemeinsam beraten wir, warum eine Mietze so ein angeschwollenes Mäulchen hat, morgen soll der Tierarzt zum Glück gerufen werden. Und dann sind wir beide ganz schnell verliebt, in die 8 jährige Perser-Mix Kätzin Lena, die ganz neu im Tierheim angekommen ist. Leider ist ihr Zustand auch nicht der Beste. Aber ihre Art und ihr Blick sind wahnsinnig süß, so gerne würden wir sie auch gleich einpacken. Die drei Mietzen im Käfig, die wie die Zinnsoldaten dasitzen und uns flehend anschauen, fotografieren wir auch gleich, damit sie ganz schnell auf unsere Homepage kommen.
Tja, und dann die drei kleinen 4 Wochen alten Welpen, die mir das Herz brechen. Sie wurden in einer Kiste auf der Straße gefunden und zum Glück im Tierheim in Villena abgegeben. Das erweicht sogar Hannas eigentliches Katzenherz ;-) Beide schmieden wir Pläne, wie wir sie heimlich unter unserem Pulli mitgehen lassen… leider nur ein Traum, ohne Einreisebewilligung für die Tiere geht eh nichts.
Aber wenigstens ein paar Tieren können wir es ermöglichen, aus dem Tierheim in Villena rauszukommen, als wir am Samstagmorgen weiter nach Vallirana aufbrechen. Hier dürfen wir die Hündin Ivette besuchen. Wahnsinn wie die Maus Fortschritte macht. Aus der Hündin, die in der letzten Ecke des Zwingers saß, ist eine zutrauliche Hündin geworden, die sogar Küsschen gibt :-) Und dann kommt Furat, einer meiner Vermittlungshunde aus dem Zwinger. Ich lerne ihn das erste Mal persönlich kennen. Sein Gemüt ist unglaublich, sobald man ihn in der Abendsonne rumhopsen sieht, ist das Glück auf dem ganzen Hundeplatz. Wahnsinn, was für ein fröhlicher, lebenslustiger Hundemann aus dem ängstlichen Hund mit Schusswunde vor einigen Monaten geworden ist.
Patxi lässt mich nachdenklich werden. Er ist eine Labrado, der vermutlich als Welpe Staupe hatte und trägt nun wohl für immer bleibende Auswirkungen mit sich rum. Er wird wohl sein Leben lang im Geist und Tun ein Welpe bleiben. Als er da etwas schwankend durch die Gegend läuft und sein Spieltier über alles liebt, freue ich mich irgendwie auch für ihn. Ist es nicht toll, ein Leben lang kindliche Gedanken zu haben und nicht erwachsen zu werden? Leider wird dies nur Patxis Vermittlungschancen nicht wirklich heben, ich werde mein Bestes geben, ihn auf der Homepage darzustellen. Für mich ist er was ganz Besonderes.
Zu gerne hätten wir auch noch mehr Zeit hier in Vallirana, aber wir müssen ja unsere Schützlinge alle heil nach Deutschland, in ihr neues Leben bringen.
Das Einladen klappt problemlos und ich bin immer wieder fasziniert, wie still es in unserem Bus ist – mit 13 Hunden und 10 Katzen. Als ob sie es wissen würden, dass es in ein besseres Leben geht…
Nachdenkliche Grüsse von Hanna und Diana