Sonntag, 17. März 2013

Paul Altherr erzählt!


Hallo Leute,
hier ist Paul Altherr, mittlerweile ein gestandener Rüde von 5 Jahren und ich habe euch was zu erzählen:
Vor fast genau 5 Jahren kam ich auf die Welt.
Aber schon die ersten paar Monate schienen auch schon meine letzten zu werden.
Als nordspanischer Welpe wurde ich mit einer Schlinge gefangen und von meiner Hundefamilie getrennt.
In der Tötungsstation in Pamplona gefangen gehalten, hätte ich schon fast junges Leben wieder verloren.
Aber es gibt gottseidank Menschen, die für unsereiner viel Gefühl und Engagement haben.
Ja, und solche liebevollen Tierfreunde haben mich aus dieser Hölle herausgeholt: „Tierhilfe verbindet“,
Danke, dass es euch gibt!!!

Ich wurde vermittelt unter dem Motto: „Wo Angst ist, ist das Glück verschwunden..“ und das genau bezeichnete mich. Angst in Hundeperson.
Verschüchtert und zurückgezogen habe ich keinem mehr getraut.
Aber das Leben und meine Hundefreunde haben mir eine Chance gegeben.
Und deswegen erzähle ich euch heute von glücklichen Etappen in meinem nun 5jährigen Leben.


Hier sitze ich in der Auffangstation von „Tierhilfe verbindet“.
Ich werdet sicher fragen, warum ist das eine glückliche Etappe, so in einem Zwinger zu sitzen und nicht einen Schimmer Hoffnung zu haben?
Aber, und das kann ich euch sagen, es war mein erstes Paradies: Ich war gerettet!! Kein Hunger, kein Durst und freundliche Menschen um mich rum.
Und mein späteres Herrchen und Frauchen hatten mich schon damals ins Herz geschlossen, ich wusste zwar nichts davon, aber langsam, ich erzähle der Reihe nach.
So kam ich dann bald in eine Hundebox und eine lange, strapaziöse Reise begann. Nach Deutschland.
Irgendwann kam Licht ins Dunkle und der Transporter mit vielen von meinen tierischen Mitreisenden öffnete sich.
Und dann war ich da und sie waren auch da, Herrchen und Frauchen!
Mein neues Zuhause war nun die Westpfalz.


Ich stakste mit noch immer steifen Beinen wegen der langen Fahrt in mein neues Zuhause.
Das ist schon ein seltsames Gefühl, mir war es ganz schön mulmig.
Und dann kam der Hammer.
Kaum die Tür drin, konnte ich meinen eigenen Augen kaum trauen..
Da stand sie, die schwarze Lady, kaum älter als ich mit einer wilden Frisur wie Tina Turner und einem wedelnden Schwanz. Wow, dachte ich, die sieht aber gut aus!
Sie heißt Tuppi und kommt von einer Tierhilfeorganisation aus Griechenland. Na ja, Name ist Schall und Rauch, aber die brachte es echt gleich auf den Punkt. Raus in den Garten und dann aber Hallo!
Komm los Kleiner, spiel mit mir, gib Gas! Und so hatte sie es geschafft, dass meine müden Beine ganz schnell wieder flott wurden.


Der erste Tag war natürlich absolut anstrengend, für mich und Frauchen.
Sie hat mich einfach in eine Decke gepackt und die erste richtige Schmuserunde in meinem Leben eingeläutet.
Es war so ein tolles Gefühl und irgendwann sind wir eingenickt. Endlich eine Mütze Schlaf!


Das Wetter hat sich dann mal von seiner deutschen Seite gezeigt und wir haben es uns drinnen gemütlich gemacht. Ich natürlich immer noch in Hab-Acht-Stellung. Man weiß ja nie. Immer schön die schwarze Lady als Puffer vor mir.
 

Aber schließlich hat meine neue Freundin mit mir ihr Plätzchen geteilt und alles war gut.


Und so habe ich mit meiner Familie das erste Frühjahr und den Sommer erlebt. Aber glaubt bloß nicht, dass ich Langeweile hatte. Misses Tuppi ist ein richtiger Feger und hat mich ganz schön gefordert. So ging das ganze Jahr und ich hab ihr allmählich den Schneid abgekauft. So ein richtiger Nordspanier hat ja schließlich auch ganz schön Temperament!


Aber ab und zu ging sie mir auch ganz schön auf den Keks!
Ich bin mit Herrchen und Frauchen absolut einverstanden, denn sie sind keine Stubenhocker.
Zuhause läuft sich Frauchen mit uns im Pfälzer Wald die Füße platt und steht mit mir auch „gefährliche“ Situationen durch. Kennt ihr diese schnaufenden Renner, genannt Jogger, die mit einem Tempo auf einem zukommen, dass einem wie mir doch glatt die Sicherung durchbrennt. Die Erinnerungen an die nordspanischen Fänger haben sich halt tief in meine Seele eingebrannt.
Aber denkt jetzt bloß nichts Falsches. Ich bin doch ein Paulchen! Also, Jogger in Sicht, Panikattacke und ab in den Wald und ins nächste Gebüsch, wo ich genau beobachten konnte, was und wer da läuft. Kaum ist er um die Ecke lockt mich Frauchen mit einem Leckerli und alles ist wieder gut.
Aber peinlich ist es schon, meint Tuppi.


Aber es gibt auch Ruhephasen
Ich weiß auch nicht, wie man stundenlang in so einen Papierkasten gucken kann. Aber mir ist das egal, Hauptsache ich liege auf der Couch.


So endlich Urlaub:
Lieblingsland eins ist die Schweiz: Leute, dort gibt’s jede Menge Viecher, die glockenmäßig einen Höllenlärm machen.
Und natürlich herrlich duftende Kuhflaten! Sind aber verboten, sagt Herrchen. Wieso???


Lieblingsland zwei ist der Strand an der Nordsee:
Mann, kann man da buddeln. Und Möven gibt´s zum Jagen!!  Sind aber verboten, sagt Herrchen. Wieso???


So geht ein Jahr nach dem anderen vorüber und jetzt kommt ja bald wieder eine Jahreszeit, die sooo geil ist
Habt ihr schon mal so richtig den Frühling geschnuppert
Mhm !!!


Zum Abschluss zeige ich euch noch ein paar aktuelle Bilder als 5-jähriger Stenz
Ich bin ja überhaupt nicht eitel, aber eins von beiden klebe ich mir glatt in meinen Pass.


Herrchen hat gemault, dass er bisher in noch keinem Bild aufgetaucht ist
Na ja, er ist halt meistens der Fotograph
Aber er soll ja nicht zu kurz kommen.

So Leute, jetzt hab euch ein bisschen Einblick in mein Leben gegeben. Ich wünsche allen meinen Kumpels, die noch nicht vermittelt sind genauso viel Glück.
Gebt die Hoffnung nicht auf, denn es gibt viele, viele liebe Tierfreunde, die auf euch warten.
Und das gelingt mit solchen Menschen wie sie bei „Tierhilfe verbindet“ oder ähnlichen Organisationen arbeiten. Danke euch allen, euer Hundeherz hat bisher nicht nur meins gerettet.
Euer Paul