Dienstag, 9. Juli 2013

Was für ein Glück...

...für uns, dass wir so einen wunderbaren Hund bekommen haben. Omi Eleni ist letzten Sonntag bei uns "gelandet" und seitdem benimmt sie sich, als wäre sie nie wo anders gewesen. Nicht jahrelang in einem Tierheim, sondern schon immer bei uns.

Ein Schäferhund war ja nicht wirklich mein Traumhund, ich bin eher der Pekingesentyp... also hundemässig meine ich. Aber mein Mann hat sich sozusagen stehenden Fusses in Elenis Foto verliebt und so reiste die alte Dame am 30.6. nach Deutschland. Und eines der ersten Dinge die sie hier gemacht hat war, sich im Gras zu wälzen - und zwar mit Genuss und Geräusch. Ich glaube, sie hatte schon sehr sehr lange kein Gras mehr unter den Pfoten.


Vom ersten Augenblick an waren mein Mann und sie ein Herz und eine Seele. Aber das fällt auch nicht schwer... Eleni ist dermaßen unkompliziert, sowas habe ich noch selten erlebt.
Viele Interessenten stellen hohe Anforderungen an die Hunde, die sie bei sich aufnehmen möchten. Von leinenführig bis MVV-fahren, von sofortigem Alleinebleiben bis Kleintierverträglich und natürlich sofort stubenrein ist alles dabei. Aber wie soll man das erwarten und wissen können, bei einem Hund, der jahrelang im Zwinger hockte??

Eleni erfüllt alle Anforderungen - wenn wir denn welche gestellt hätten. Haben wir aber nicht. Nur der Katzentest musste - aufgrund unserer eigenen oft uralten und kranken Katzen - einigermassen gut ausfallen. Ist er ja zum Glück.

Und so hat Eleni in der ersten Woche unsere kompletten Abläufe auf den Kopf gestellt; aber nur im positiven Sinne! Zum Beispiel musste der Wohnzimmerisch raus und ein kleinerer rein weil das Riesenkissen sonst keinen Platz hätte (umgerechnet in unsere bisherigen Pekingesen ist Eleni nämlich so groß wie 6 Pekis....). Und eine ausfahrbare Rampe fürs Auto musste her weil sie sonst nicht im Pickup mitfahren kann, als Omi hopst es sich nun mal nicht mehr so leicht auf diese Höhe.
Die Näpfe haben 50 cm Durchmesser (da hätte für unsere bisherigen Hunde Ertrinkungsgefahr bestanden!) und das Geschirr mit Leine bringt glaube ich 2 Kilo auf die Waage.


Eleni hat alle Situationen bis jetzt so unglaublich cool gemeistert und das obwohl niemand weiss, was sie für eine Vorgeschichte hat. Und es war in dieser ersten Woche schon einiges los: Tierarztcheck, ein ruhiger Seniorengeburtstag, Eisdielenbesuch, Biergartenabend, zuhause alleinebleiben, auf der Autorampe ins Auto klettern, im Auto warten und heute der erste Besuch bei unseren Pferden im Stall. Alles völlig problemlos für den "alten Hasen" Eleni.

Ein unglaublich toller Hund der sich hier sofort zuhause gefühlt hat und uns sicher nie mehr verlassen wird! Schade für alle, die keine alten Hunde adoptieren wollen (weil die ja eh gleich wieder sterben) und Glück für uns.
 Ach, apropos gleich wieder sterben: möchten Sie sich mal mit Elenis Kumpel Luca unterhalten? Er wird im September 21 Jahre alt und kam mit 15 Jahren aus Spanien zu uns. Und noch ist nicht im entferntesten in Sicht, dass es unserem alten Spitzmix schlecht gehen würde. Schon gleich gar nicht mit einer so feschen und "jungen" Schäferhundfrau an seiner Seite!


Und tausend Dank auch an Tina (Hamp), die uns auf Eleni aufmerksam machte. Sie kennt die meisten Hunde vor Ort und hat ein unglaublich gutes Gespür und Einschätzungsvermögen was die einzelnen Vierbeiner betrifft. Vielen, vielen Dank für Deine tolle Arbeit. Ohne Dich würden besonders Hunde wie Eleni niemals den Weg in ein Zuhause antreten dürfen...

von Sylvia E.