Am vorletzten Tag des (jetzt) letzten Jahres konnten wir noch einem weiteren Tier ein klein wenig Hilfe leisten. Wir
erhielten einen Anruf, dass seit 2 Tagen in einer Wohnküche im
Nachbarort eine fremde Katze sitzt, die außer Schlafen keine Regungen
zeigt. Also haben mein Mann und ich uns mit einer Katzenbox gleich auf den Weg gemacht.
Es
stellte sich heraus, dass es der “Dorfkater” ist, der seit Jahren dort
umherstreicht. Jetzt war er krank geworden und suchte einen warmen
Unterschlupf. Überall bat er um Einlass in die Wärme (bei uns hatte
es Ende des Jahres an die 12 Grad Minus und starken Schneefall!!), aber
niemand wollte ihn reinlassen. Nur die alte Dame, die uns
verständigte, hatte Erbarmen mit ihm. Zumindest kurzfristig – denn sie
bat uns, den Kater doch einzuschläfern, da es nicht lohne ihn
aufzupäppeln, ihn eh niemand wolle und er außerdem auch nicht schön
sei. Nun ja, Schönheit liegt ja sowieso immer im Auge des Betrachters –
er ist halt ein ganz normaler Tiger mit weißen Stellen! Er war
einfach sehr dünn, der Rotz lief ihm dick und grün aus der Nase, dazu
Nasenbluten, ein Matschauge und wirklich extremen Durchfall, insgesamt
in schlechtem Zustand. Und natürlich unkastriert! Aber ein Fall fürs Einschläfern war er keinesfalls.
Also
Kater eingepackt und ab mit ihm zum Tierarzt: Auge behandelt,
Antibiotika verordnet, Schmerzmittel gespritzt und auf in die
Pflegestelle. Dort angekommen bekam er erstmal ein ordentliches
Abendessen (das er mit riesigem Appetit verschlungen hat!) und dann ab
ins warme Katzenbett. Er hat die ersten Tage einfach nur geschlafen und
gegessen, mehr Ansprüche hat er einfach nicht.
Heute, ein paar
Tage später, geht's ihm schon wesentlich besser. Die Erkältung ist fast
weg, der Durchfall komplett verschwunden und er hat auch an Gewicht
zugelegt. Das Auge sieht noch nicht so toll aus, aber das bekommen wir
auch noch hin. Und sobald er in gutem Zustand ist, muss seine
Männlichkeit dran glauben. Denn ein unkastrierter Straßenkater riecht
nicht grade nach Rosen, das kann man wahrlich behaupten!
Insgesamt
ist er einfach nur froh, ein warmes Plätzchen zu haben, bei dem er bei
diesem – Verzeihung - Sauwetter nicht draußen sein muss. Und jeden Tag
ein paar Mal ein volles Näpfchen ist ja auch nicht zu verachten. Er bedankt sich dafür mit Schmusen, Schnurren und ganz liebem Maunzen wenn er was will. Einfach nur schnufflig der “Kleine”.
Geschätzt wird Jack (wie wir ihn jetzt genannt haben) auf ein mittleres Alter. Fotos werden noch nachgeliefert, versprochen!
Sylvia Enders