...ein etwa 6 Monate altes, schwarz-weißes, sogenanntes Spuckfauchie.
Gesichtet wurde das junge Kätzchen auf einer grünen Insel zwischen Autobahn A92 und der Autobahnabfahrt Unterschleißheim. Es saß im Grünen direkt neben dem Standstreifen. Wie es dahin kam, wollen wir lieber nicht überlegen. Dort bleiben konnte es natürlich auf gar keinen Fall.
Bewaffnet mit Transportkorb, lecker Futter, einer Lebendfalle für alle Fälle und einer guten Portion Optimismus machten wir uns an die Arbeit. Die Hoffnung, dass das Kätzchen fröhlich auf uns zukommt und freiwillig in die Box geht, war ganz schnell dahin. Wir kamen nur auf 150m ran und schon ging es in Deckung. Das kann man natürlich verstehen. 2 komische Gestalten, die sich durchs meterhohe Gras kämpfen, wirken ganz und gar nicht vertrauenserweckend. Auf keinen Fall konnten wir riskieren, dass das Kätzchen Richtung Autobahn läuft.
Also musste Plan B zum Einsatz kommen. Dank dem hohen Gras konnten wir die Lebendfalle, präpariert mit Futter, unbemerkt hinter einem Busch platzieren. Wichtig dabei ist, die Falle sehr regelmäßig zu kontrollieren, damit man die Tiere nicht unnötig lange der Stresssituation in der Falle aussetzt. Wir konnten nur hoffen, dass es schnell geht und allen Beteiligten eine stundenlange oder womöglich tagelange Kontrolle der Falle erspart bleibt. Mit der Autobahn im Rücken hatten wir wirklich große Angst um das Kätzchen.
Aber zum Glück war das Kätzchen sehr hungrig und bereits bei der ersten Kontrolle nach etwa einer Stunde saß es in der Falle.
Bereits hier konnten wir feststellen, dass es sich um ein richtig aktives kleines Spuckfauchie handelt. Es machte uns sehr eindrucksvoll klar, was es von den komischen Menschen hält, die für die aktuelle Misere verantwortlich sind. Beim Versuch, die Falle wegzutragen, hat es gleich mal genüsslich in den Finger gebissen. Aber das half nix, das Kätzchen nahmen wir trotz aller Proteste mit. Glücklicherweise ist es wohlgenährt, hat keinen Schnupfen und auch sonst keine sichtbaren Verletzungen.
Nun geht die Reise weiter zum Tierarzt. Dann wird erstmal festgestellt, was „ES“ denn ist. Und schließlich müssen wir noch rausfinden, ob „ES“ tatsächlich ein wildes kleines Spuckfauchie ist, oder doch ganz brav ist und nur aufgrund der stressigen Situation etwas ungehalten war...
Vielleicht hat „ES“ ja sogar ein zuhause.



