Freitag, 8. August 2014

Morrons OP war alles anderes als einfach!

Liebe Morron-Fans!

Zu allererst nochmals vielen, vielen Dank für die Spendenbereitschaft!!! Damit ist es gelungen, Morrons Operation, sowie auch einen Teil der vorbereitenden Kosten wie Röntgen, CT, Antibiotika etc. zu finanzieren. Wir sind wirklich überwältigt von so viel Anteilnahme...
Und auch ganz herzlichen Dank an Helga Simet und Ihren Mann! Es ist absolut keine Selbstverständlichkeit sein Pflegetier über eine so weite Strecke zu einer OP bei einem Spezialisten zu fahren und drei komplette Tage Freizeit, Benzingeld und viele viele Nerven zu investieren, damit dem Kleinen geholfen werden kann.


Nun zu den aktuellen Morron-Nachrichten:
Der Leipziger Prof. hat mir gesagt, dass er aus ganz Deutschland Tiere zur OP bekommt, bei denen wenig Hoffnung besteht oder auch mal was falsch operiert wurde. Er ist Spezialist für brachyzephale Rassen wie z.B. Mops und Bulldoggen und operiert diese häufig, bekommt also vieles zu Gesicht. Aber er hat noch selten eine solch schlimme Nase wie bei unserem Katerchen gesehen.

Auf den per Post vorab zugeschickten CT-Bildern war nicht erkennbar, welche Ausmaße bei unserem Morron vorliegen, vor allem konnte man nicht erkennen, aus welchem “Material” die Verwachsungen bestehen die Morron keine Luft bekommen lassen. Die Hoffnung lag auf Flüssigkeit, dann wäre das Ganze wohl ein Kinderspiel gewesen.
Aber in Morrons Fall waren das uralte Verknorpelungen und Verhärtungen die sich im Laufe der Zeit gebildet hatten, was die Sache für das OP-Team extrem erschwerte bzw. fast unmöglich machte. Die OP dauerte mehrere Stunden und war sehr, sehr schwierig.

Während der ersten Hälfte der OP dachte der Professor mehrmals daran, abzubrechen und ihn doch einschlafen zu lassen, da er es als fast aussichtslos ansah, hier neue Nasenkanäle durchbohren zu können (laienhaft ausgedrückt). Aber die anderen OP-Teilnehmer haben dagegengehalten, weil Morron sie alle vorher schon mit seiner unvergleichlich liebenswerten Art um den Finger gewickelt hatte – wie er das halt bisher immer so gemacht hat! Sie müssen richtig für ihn gekämpft haben, dass er diese Chance bekommt (Morron hat sicher vorher schon auf dem Tisch gesessen und sie beschmust, angeschnurrt und seine Sonnenstahlen verteilt - die hat er nämlich immer einstecken der Bazi!)

Das Resultat der OP ist gut geworden, aber die Nachsorge ist schwierig. Denn Morron hat - um diese neu geschaffenen Durchgänge offen zu halten - nun eine Drainage bekommen. Es wurden Drainagebänder verwendet, das sind feine Plastikstreifen - ähnlich wie ein Geschenkband muss man sich das vorstellen. Diese werden normalerweise in eine Wunde eingelegt und schauen dann unten heraus, so dass entstehende Wundflüssigkeit damit aus aus der Wunde geleitet werden kann.
In Morrons Fall dienen sie aber dazu, die neu geschaffenen Nasenkanäle (ist wieder nicht der Fachausdruck!) damit am zuwachsen zu hindern. Denn die Nase hat ein super Reparatursystem, das alle Wunden schnellstmöglich wieder zuheilen lässt. Um das zu verhindern, wurde das Band eingesetzt. Es führt nun in das eine Nasenloch hinein, oben herum und durch das andere Nasenloch unten wieder heraus (alles "unterirdisch"), und wurde dann vorm Nasenspiegel fest verknotet. Es ist also eine Art geschlossene Schlaufe die mindestens zwei Wochen drinbleiben muss, wenns länger klappt, dann auch länger. Und zugleich wird an der Drainage natürlich auch der entstehende Eiter ausgeleitet, der unweigerlich entstehen wird, aber unbedenklich ist.


Wenn Morron es aber schafft, das Band oder den Knoten zu zerreißen, dann könnte er sich die Drainage rausziehen. Sie kann auch nicht wieder eingesetzt werden, da bei Morron eine sehr neue OP-Methode angewandt wurde, die hier bei uns in Süddeutschland noch niemand durchführen kann.
Das Ziehen der Drainage wäre nicht sonderlich schmerzhaft, aber kontraproduktiv für die erwünschte Wirkung, denn dann kann die Nase sich wieder ungehindert "reparieren" und die mühsam geschaffenen Luftkanäle wachsen innerhalb kürzester Zeit – in ca. einem Tag! - wieder zu.
Damit das nicht passieren kann, hat Morron nun einen großen Trichter bekommen. Begeistert ist er nicht, denn sowas behindert ja eine Katze extrem, aber es hilft nichts und wir werden keinerlei Risiken eingehen! Er darf auch nicht mit den anderen Katzen in der Pflegestelle spielen und muss für die nächsten mindestens zwei Wochen einzeln sitzen.

Die Pflegemutti hat jetzt also alle Hände voll zu tun, damit dem aktiven Kerlchen nicht langweilig wird, und er auf den Gedanken kommt, sich mal näher mit dem gelben Schleiferl auf seiner Nase zu beschäftigen.
Eine absolute Garantie gibt es nicht, dass er nicht drankommt, aber zumindest denken wir, dass er es auf normalem Wege nicht schaffen wird. Das Mullhalsband wurde noch in Leipzig durch ein richtiges Halsband ersetzt, damit er sich den Trichter nicht abstreifen kann.

Nun ist erstmal alles Menschenmögliche gemacht worden, um Morron den Start in ein problemloses Leben zu geben - jetzt muss man schauen wie es sich entwickeln und heilen wird.
Garantieren kann der Professor nicht, dass jetzt alles wunderbar wird für Morron, das kann wohl niemand. Aber mehr kann man jetzt erstmal nicht tun. Wenn alles planmäßig verläuft, dann fährt Morron in ein paar Wochen nochmal zur Kontrolle nach Leipzig. Dort könnten dann - falls nötig - auch kleine Nachbesserungen gemacht werden.
Dann könnte unser kleiner, frecher roter Kater endlich ein ganz normales Katzenleben führen – wäre das nicht wunderbar?!

An dieser Stelle nochmal allerherzlichsten Dank für die Spenden, ohne die wir das sicher nicht so einfach hätten durchführen lassen können! Und danke auch an die Klinik, deren Operateure eine so aufwändige Operation über mehrere Stunden zum Tierschutzpreis durchgeführt haben. Und auch einen herzlichen Dank an das OP-Team, das so für Morrons Chance gekämpft hat! Morron wirds meistern, da sind wir ganz sicher!!!